Welt-, Gesellschafts- und Menschenbilder
als Produkte individueller und kollektiver menschlicher Informationsverarbeitung
Diagnostische und prognostische MODELLE
mit Gebrauchswert für Entscheidungen und „Gesellschaftstherapie“ –
oder nur unkoordinierte FACETTEN, Schnappschüsse der Wirklichkeit?
Passbilder – Zerrbilder – Wunschbilder
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ES 2000
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Von der Vernunftbegabtheit zur
Vernunftfähigkeit?
Ist das Ziel erreicht oder weit verfehlt?
Wie dekadent sind die „Eliten“, wie
verführbar die „Massen“?
Welche Chancen haben wir noch?
18.10.04
Deutsche Selbstbewertungen

Aus
einer Fernsehzeitschrift, April 2004
Spezies „Homo sapiens“ Subspezies „germanicus“ – fromme Selbsttäuschung oder Ausdruck von „Scheiße im Kopp“?
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Zu den „ersten freien Wahlen in der DDR“ prangte an der
Hauswand des Metropoltheaters in Berlin in mannsgroßen Lettern der Satz: „WER
CDU WÄHLT HAT SCHEISSE IM KOPP“. – Aber die CDU erhielt „eine deutliche
Mehrheit“ der Stimmen.
Inzwischen hat sich die derzeitige Chefin der CDU mit
einer Rede – 30 Seiten schöne Worte – zum Thema
Quo vadis Deutschland
geäußert – aber geht es nur um Deutschland?
Und was meint sie: „Das Land“ – oder „das Volk“?
14.04.2004
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Verfassung der Bundesrepublik Deutschland:
Die Würde des Menschen ist unantastbar!
Dies Wort in Gottes Ohr! Aber hört er überhaupt zu?
18.04.2004
Marinenachrichtenschule Flensburg-Mürwik, Frühjahr ´43, kurz nach dem Fall von Stalingrad
Mein Stubenkamerad Egon Zimmermann imitiert seinen Klassenlehrer aus der Zeit vor Stalingrad:
Was sind wir Doitschen doch für Kerle!!!
16.04.2004
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Interessant zu dieser Eulenspiegel-Karikatur aus der Zeit vor den Fußball-Europa-Meisterschaften 2004 ist der Begleittext:
Sie tun nichts, sie wollen nur spielen!
Er könnte als Motto des zeitgenössischen deutschen Hedonismus gelten.
Als Kohl noch verantwortlicher Kanzler war, bezeichnete er Deutschland ähnlich treffend als „kollektiven Freizeitpark“. – Inzwischen beginnt uns bei 4-5 Millionen Arbeitslosen der Spaß lästig zu werden.
Flachrelief an einer Hauswand (Vorwendezeit), Berlin, S-Bahnhof Savignystraße:

16.04.04
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Bei Kriegsausbruch am 1. September 1939 war ich Schüler und „Jungmann“
der Lehrerbildungsanstalt Dahme/Mark
Während unserer häufigen Märsche sangen wir auch ein
Lied von Walter Flex:
Wildgänse rauschen durch die
Nacht
Mit schrillem Schrei nach
Norden.
Unstete Fahrt - habt Acht,
habt Acht!
Die Welt ist voller Morden!
…
Wir sind wie ihr ein graues
Heer
Und zieh´n in Kaisers Namen.
Fahren wir ohne Wiederkehr,
rauscht uns im Herbst ein
Amen!
Flex war 1917 auf der heute estnischen Insel Saaremaa/Ösel gefallen.
Auch für rund ein Viertel unserer damaligen Mitmarschierer und Mitsänger
gab es keine Wiederkehr - nur das „Amen“ der Graugänse.
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Flex hat auch mit einem anderen Motto unser damaliges
Welt- und Menschenbild mitgeprägt:
Reif werden und rein bleiben,
das ist die schönste und schwerste Lebenskunst!
Mit der Begründung, gegen dies Prinzip verstoßen zu
haben, wurden 1941 an einem Tage 7 „Jungmannen“ wegen Homosexualität der Schule
verwiesen, unter ihnen unser erfolgreichster Leichtathlet . Er soll dann im
Stabe des „Reichsjugendführers“ Axmann tätig gewesen sein.
16.04.2004

Dies Buch wurde in der Zeit der Teilung Deutschlands,
Europas und der Erde in zwei Lager geschrieben.
Die Teilung Deutschlands wurde vor 15 Jahren unter der
relativ vagen Vorstellung beendet,
dass beide Teile zum Vorteil des Ganzen vereint werden
könnten.
Es wurde daraus zweifellos auch eine Vereinigung zu
Gunsten der Dekadenz
mit unvorhersehbaren Folgen für das noch immer geteilte
Ganze!
18.04.2004
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Der Mensch der „Zivilisationsgesellschaft“ als MACHER
von MITTELN

Jungsteinzeitliche Felsritzungen in Nordnorwegen (ca. 6000 J. alt)
Bereits in der Steinzeit hat sich der Mensch die
Grundtechnologie der Gefügetransformation so weit angeeignet, dass er sich die MITTEL
erschaffen konnte, die es ihm erlaubten, die auch heute von ihm bewohnte
Erdoberfläche zu besiedeln und als „Jäger und Sammler“ in ihren
unterschiedlichen Biotopen zu überleben.
Mit der Bronzezeit begann dann eine grundlegend neue
technologisch-zivilisatorische Epoche,
die der Stofftransformation (von der eurasiatischen
Antike bis zur „Neuzeit“). - 25.04.2004 –
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Begegnung von Antike und „Moderne“ in Delphi 1994
Die „Vollkommenheit des
klassischen Körpers“ – hier eines antiken Philosophen – und unsere
„zivilisatorischen Prothesen“
(Zur Evolution der
zivilisatorischen MITTEL) 20.08.04
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Es bleibt die Frage offen:
Welchen Gebrauchwert für individuelle und kollektive
ENTSCHEIDUNGEN
besitzen diese
unterschiedlichen oder gegensätzlichen MEINUNGEN,
welchen „wissenschaftlichen
Wert“ haben sie?
Was bleibt zu tun, um unsere
Probleme zu bewältigen?
19.04.2004
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Ist durch besseres
„wissenschaftliches Wissen“, durch ein auf „notwendiges Wissen“
gegründetes gesellschaftliches Bewusstsein ein „besseres“
Entscheiden und Verhalten
der Masse der Menschen –
nicht nur der „Führungseliten“ –
möglich?
Sind individuelle und
kollektive Meinungsvielfalt und „Bewusstseinsspaltung“
durch „eindeutiges Wissen“
zu überwinden?
Oder sind sie in einer auf
Dialektik und Gegensätzen beruhenden Wirklichkeit unvermeidlich und bilden sie
die notwendige schizoid-zwiespältige Grundlage unserer Existenz?
20.04.2004
Im Gegenteil! Die Vielfalt der teils bewusst, teils
unbewusst in unser Gehirn dringenden Bilder wird dort nicht zu EINEM Bilde integriert,
sondern bildet oft genug chaotische Cluster von auseinander gerissenen Puzzles
oder Mosaiken. Und ähnlich sieht es in den Gehirnen von 6 Milliarden
menschlichen Individuen aus. Zwar können einige Bilder als zum selben Menschen
gehörig erkannt und wiedererkannt werden. Aber ein Gesamtbild aller
Menschen ist schwer zu machen.
Trotzdem erlauben wir uns immer
wieder, von „DEM MENSCHEN“ zu sprechen – etwa wenn wir die bekannte Phrase
wiederholen: Die Würde DES MENSCHEN ist unantastbar! Im gleichen Moment bringen
wir es fertig zu sagen: Aber der und der – etwa Bin Laden – ist kein
Mensch! Das ist ein würdeloser Unmensch,
der vogelfrei ist und auf dessen Kopf eine hohe Belohnung ausgesetzt ist!
Offenbar denken wir in dieser
Hinsicht gewissermaßen „bipolar“, „statistisch“ oder „relationalistisch“:
Die nebenstehende Skizze stellt natürlich nicht unser Menschenbild dar,
sondern nur grob geschätzt die „statistische Verteilung“ von drei verschiedenen
„Typen“ von Menschen. Aber es wird damit angedeutet, dass der „Typus Mensch“ in
verschiedene Untertypen differenziert ist. Sie könnten natürlich auch ganz
anders benannt werden als in der Skizze. Der verbalen Willkür sind kaum Grenzen
gesetzt.
Einen gewissen Ausweg sehen wir darin, jedem der 6
Milliarden lebenden Menschen einen Eigennamen zu geben, der ihn von anderen
abhebt. Die Gesamtheit der Namen können wir aber bestenfalls in eine
lexikalische Ordnung bringen. Und die gibt uns keine Antwort auf die Frage: Was
ist der Mensch (im Gegensatz zu nichtmenschlichen Systemen)? Oder: Wer
ist ein Mensch? Wer ist kein Mensch? Wer ist „gut“? – Wer ist
„böse“?
Diese Fragen sind zwar uralt. Schon
sehr alte sprachliche Überlieferungen bezeichnen die eigene Gemeinschaft,
etwa den eigenen Stamm oder Clan als „Menschen“, Fremde dagegen in irgendeiner
Weise als Nichtmenschen, z. B. als Barbaren. Diese diskriminierende Typisierung
haben wir bis heute nicht überwunden. Sie zeugt von einer natürlichen
Widersprüchlichkeit, einer Bewusstseinsspaltung, die nur für den Dialektiker
einigermaßen erklärbar ist.
Sie äußert sich sprachlich in einer
Art „Binärcodierung“: Zu jedem „Begriff“ gibt es einen „Komplementärbegriff“,
zu jedem Teil ein Gegenteil. Dabei betonen wir in der Regel einseitig und
einäugig die Unterschiede (die unterschiedlichen Merkmale) und
vernachlässigen die Gemeinsamkeiten.
Wir sollten also stets fragen: Was
ist uns gemeinsam – was unterscheidet uns? Es gibt selten eine „völlige
Übereinstimmung“ – aber meist auch keine völlig unüberbrückbaren Gegensätze.
Wir – alle Menschen – haben
natürliche artbedingte Gemeinsamkeiten gegenüber anderen biologischen Arten,
aber auch individuelle Merkmale, die uns von anderen Menschen unterscheiden.
Über
diese natürlichen Unterschiede hinaus, haben wir im Laufe unserer zivilisatorischen
Evolution Merkmale ausgebildet, die in ihrer Bedeutung weit über die
natürlichen Merkmale hinausgehen.
Die biologische Evolution war ein
langdauernder Prozess, in dem sich die Spezies „Mensch“ sowohl von anderen
Spezies differenzierte als sich auch gleichzeitig zu einer Art
integrierte und homogenisierte. Diese Integration zu einer systemischen
Einheit, die sich auf natürliche Weise erweitert reproduzieren, also vermehren
konnte, war natürlich mit einer gewissen zeitlichen Nachhaltigkeit oder
Beständigkeit des „Phänotypus Mensch“ verbunden. Wir gehen im allgemeinen davon
aus, dass der jetzt erdweit verbreitete anatomische Typus seit etwa 40 000
Jahren existiert.
In dieser Zeit machte dieser Typus allerdings eine
zunehmend beschleunigte zivilisatorische Entwicklung durch. Sie bestand
darin, MITTEL zu erfinden und zu benutzen, die der Spezies insgesamt Vorteile
bei der Inbesitznahme der irdischen Biosphäre (Landoberfläche) verschafften,
ohne dass sie sich anatomisch weiterentwickeln und an die sehr
unterschiedlichen Biotope anpassen musste.
Heute beherrschen wir dank dieser von uns
erschaffenen MITTEL rein optisch die gesamte Erdoberfläche: Wir haben uns
die Natur UNTERWORFEN und uns nutzbar gemacht. Wir sind – so glauben wir
jedenfalls – zur „Oberschicht“ in einem als mehrschichtig verstandenen
„Ökosystem Biosphäre“ avanciert. Darüber hinaus haben wir eine gesellschaftliche
„soziale“ Schichtung entwickelt, deren „Ordnung“ durch unterschiedlich
verteilte ebenfalls „produzierte“ MITTEL und Methoden gesichert wird.
Wir haben also eine doppelte (oder dreifache,
s. Diagramm) mehrschichtige Hierarchie: eine als naturgeschaffene „Menschenwelt“ über die Mineral-, Pflanzen-
und Tierwelt und eine auf dem gleichen Prinzip beruhende menschengeschaffene
gefüge-, stoff-, energie- und informationszeitliche historische
Formationsabfolge. Die jeweiligen speziellen MITTEL dieser „Formationen“
sicherten in zeitlicher Reihenfolge eine „Vorherrschaft“ in globalem räumlichem
Maßstab.

Die gegenwärtige
globalgesellschaftliche Situation ist gekennzeichnet durch den Übergang von
einem „Energiezeitalter“ (Industriegesellschaft) zu einer
Informationsgesellschaft. Diese globalgesellschaftliche „Revolution“ verläuft konfliktreich.
Die bereits in Anfängen vorhandene
Informationstechnik wird vor allem zur „Stärkung“ energiezeitlicher
gesellschaftlicher Systeme benutzt. Das gesellschaftliche Bewusstsein in diesen
Systemen hat sich noch nicht zu einem „informationszeitlichen“ Bewusstsein
transformiert, dessen vorherrschender Wert etwa mit dem geläufigen Wort
„Vernunft“ beschrieben werden kann. Das ältere Stärke- und Machtstreben
überwiegt noch bei weitem.
Während in den neuen technischen
MITTELN bereits Energietechnik und
Informationstechnik kombiniert sind, herrscht in den Köpfen der
herrschenden wirtschaftlichen und politischen Eliten noch immer „altes Denken“
vor, das auf „Stärkung der Macht“ gerichtet ist.
Die politische „Elite“ der USA
verfügt bereits über energiezeitliche Waffentechnik mit informationstechnischen
Komponenten (Spalte „Zivilisation“ obere Zeile!), verharrt aber
bewusstseinsmäßig noch in älteren Wertvorstellungen (Spalte „Mensch“, Zeile 3
von unten).
Dies Nachhinken des Bewusstseins
hinter den technisch bereits machbaren Realitäten besteht prinzipiell noch
weltweit. In den weniger technisch entwickelten Staaten der „3. Welt“ bestehen
sogar noch weitgehend stoffzeitliche Bedingungen sowohl in technologischer als
auch in bewusstseinsmäßiger Hinsicht (Zeile 2 v. u.).
Die fehlende Einsicht in derartige Zusammenhänge
beschert uns die Schwierigkeiten unserer Zeit! Der drohende Irak-Krieg ist ihr
gefährlichster Ausdruck.
E.
Schlegel
04.03.03